Über uns

Der Zweck der DGKL

Der Zweck der DGKL/GCLA (Deutsche Gesellschaft für Kognitive Linguistik/German Cognitive Linguistics Association) ist die Förderung der Kognitiven Linguistik auf nationaler und internationaler Ebene. Die Gesellschaft unterstützt die Kognitive Linguistik in Forschung, Lehre und Anwendung, insbesondere

  • die Zusammenarbeit zwischen ihren Mitgliedern,
  • die Konzipierung von Forschungsvorhaben,
  • die Entwicklung internationaler Graduierten- und Doktorandenprogramme,
  • die Organisation internationaler Tagungen und Arbeitstreffen.

Die kognitive Linguistik

Die Kognitive Linguistik wendet sich gegen eine modulare Auffassung der Sprachfähigkeit, d. h. gegen die Hypothese, dass die Sprache – insbesondere die Syntax – ein autonomes System bilde, das mittels eines spezialisierten angeborenen Moduls erworben werde und nach eigenen Regeln und Prinzipien funktioniere. Stattdessen nimmt die Kognitive Linguistik an, dass die Sprachfähigkeit auf allgemeine kognitive und perzeptuelle Fähigkeiten zurückzuführen ist und zumindest teilweise durch sie motiviert ist. Theoretische und methodologische Grundannahmen der Kognitiven Linguistik sind unter anderem:

  • Die Sprache ist ein Zeichensystem, d. h. ein symbolisches System, in dem Formen und Bedeutungen sowohl auf lexikalischer Ebene als auch auf der Ebene grammatischer Konstruktionen konventionell gepaart sind.
  • Die Untersuchung sprachlicher Bedeutungen (Semantik) ist äquivalent mit der von konzeptuellen Strukturen. Bedeutungen werden weitgehend geprägt durch Bildschemata, konzeptuelle Metaphern, konzeptuelle Metonymien und Konzeptualisierungen durch „Verschmelzungen“ (conceptual blends). Bedeutungen sind zu einem großen Teil in der menschlichen Erfahrung verankert (embodiment) und kulturell bestimmt.
  • Der Spracherwerb erfolgt auf der Grundlage genereller kognitiver Fähigkeiten. Die Annahme eines spezifischen angeborenen Erwerbsmechanismus (Universalgrammatik) ist nicht notwendig.
  • Sprachliche Beschreibungen und Erklärungen sollten nicht (nur) auf Introspektion, sondern auf authentischem Sprachgebrauch basieren (usage-based).